11/03/2014

first week - done! [family life]



Hallo ihr Lieben,

meine erste Arbeitswoche ist zuende und die nächste schließt sich direkt an!
Insgesamt hätte es eigentlich nicht besser laufen können.
Zwar hatten wir wegen des Umzugs ein paar Komplikationen & auch die Eltern waren teilweise etwas überfordert (äußerte sich in Fehlentscheidungen oder Einmischungen) aber alles in allem kann ich kaum klagen. Man merkt, dass man sich der Familie und den Kids immer mehr annähert.

Und trotzdem habe ich auf meiner Liste schon einige Dinge, an denen wir unbedingt arbeiten müssen.

Für alle, die nicht wissen, wie amerikanische Kids ticken: Sie bekommen genau das, was sie auch wollen & ihre Geheimwaffe sind Tränen!
Die Kinder wissen schon, wie sie ihre Eltern um den Finger wickeln und Konsequenzen umgehen müssen. Viele amerikanische Familien unterschätzen, wie clever ihre Kleinen eigentlich sind.
Ich aber nicht! Und genau dazu bin ich ja auch hier.

Besonders bei meiner jüngsten ist es mir wichtig an einigen Punkten zu arbeiten, nach und nach versteht sich, ich möchte sie ja auch nicht überfordern, nur weil sie es bisher nicht anders gelernt hat.
Das fängt am frühen morgen damit an, dass vor dem Frühstück eben kein Fernsehen mehr gesehen wird (und neben bei das Frühstück kalt wird, für das ich eine Stunde früher aufgestanden bin), geht über zum Vermeiden von Diskussionen, wie beispielsweise die, ob es morgens normale oder Pfannkuchen mit Schokostückchen gibt, bis hin zum abendlichen Dessert (eine Schüssel voll mit Eis & wenn der Tag gut gelaufen ist bzw. sie nicht ins Bettchen will zusätzlich ein dickes Stück Torte).

Ich kenne das von den Kindern aus Deutschland nicht, selbst in der Kindertagesstätte, in der ich mein Praktikum gemacht hat, war es üblich, dass die Kinder ein paar Apfelstücke essen, auch wenn das am Rand schon "braun" bzw. oxidiert ist. Im Endeffekt schmeckt es sowieso gleich.

Das habe ich meiner kleinen heute morgen auch schon schmerzvoll beibringen müssen, aber das Argument den Apfel als Lunch einzupacken statt der Knuspersachen, fruchtet scheinbar immer, wenn auch mit einigen Tränen. Aber die Kinder hier, auch wenn meine beiden ältesten es relativ verstanden haben, müssen doch lernen, dass man nicht 70% Essen am Tag wegschmeißen kann, nur weil es nichtmehr aussieht wie frisch aufgeschnitten oder weil keine Schokostückchen drin sind.
Das funktioniert bei mir überhaupt nicht!
Mir schießen jedes Mal die Tränen in die Augen, wenn mal wieder ein komplettes Brot oder eine halbe Pizza im Mülleimer landen. Aber Amerika kennt und gönnt sich dieses Luxus scheinbar in jedem Haushalt, bei meinen bekannten Au Pairs ist das nicht anders - Schade.

Das Thema "Essen" ist hier sowieso das problematischste. Wie kann ich meine Kids davon überzeugen, dass grünes Gemüse oder Kräuter keine Giftmischung sind, sondern dem Essen erst den Geschmack verleihen, den sie sonst nur durch Ergänzungsstoffe & Puder kennen? Genau - ich mische es einfach unter..
Dann gibt es mal keine Carbonara, wie man sie kennt, sondern mit etwas Zucchini drin oder Enchiladas mit frischen, kleingehackten Tomaten dazwischen.
Mein großes Ziel ist es wirklich, den Kindern gutes und vor allem gesundes Essen nahe zu bringen, auch wenn das für mich kein leichter Job wird.
Ich merke, wie sehr mir die Gesundheit der Kinder jetzt schon am Herzen liegt. Chicken Nuggets auftauen und in die Mikrowelle packen wäre für mich auch wesentlich leichter aber ich finde es grundlegend den Kindern gutes Essen nahezubringen, damit sie morgens fit und gesund aufstehen und voll in den Tag durchstarten können!






Eine weitere nicht minder große Herausforderung ist der Hund, der versteht unter Benehmen nämlich gar nichts.
Ein Jahr ist er jetzt schon alt und wenn man Glück hat, hört er auf "sit down!" (wie gesagt, nur wenn man Glück hat..).
Ich weiß, dass ich nicht zur Hundeerziehung in Amerika bin aber vielleicht lässt sich ein freier Tag mit den Kindern mit ein paar Trainingsstunden zusammen mit dem Hund kombinieren. So lernen auch die Kids, wie sie mit dem Hund umzugehen haben, was erlaubt ist und was nicht.
Außerdem ist es nicht nur für mich, sondern auch für sie ein wahnsinnig großes Erfolgserlebnis, wenn der Hund etwas dazulernt, was wir gemeinsam erarbeitet haben und in Zukunft auf Kommandos hört bzw. sich angemessen verhält.
Aber das steht leider noch in den Sternen..


Ich bin froh, mir Ziele setzen zu können, die ich mit den Kindern erreichen möchte.
Auch die Eltern sind für jede gute Geste oder Verbesserung unglaublich dankbar (wenn die kleinste beispielsweise mal mit der Gabel isst, denn mit den Fingern wird mein Essen nicht vertilgt!).

Hoffentlich erreich ich auch all' das, was ich mir vorgenommen hab, ich halte euch defintiv auf dem Laufenden! :)




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