11/27/2014

next stop: turkey



Kaum neigt sich der November zu Ende kommen wir auch schon zum wohl traditionellsten Feiertag hier in Amerika: Thanksgiving!

Ich glaubt mir nicht, wir aufgeregt ich war und dieses Tag herbei gesehnt hatte. In den Supermärkten türmten sich die Truthähne im Kühlregal, massenweise Karten gingen von Hand zu Hand & die Einkaufsliste meiner Hostparents wurde immer länger. Ich frage mich bis heute noch, wie wir all' die Sachen beschaffen konnten, die wir gebraucht haben.
Selbst am Thanksgivingday hatten hier die Geschäfte alle auf. Das ist auch so ungewohnt, du kannst zu jeder Zeit an jedem Ort einkaufen gehen, irgendein Supermarkt wird wohl schon offen haben. Die habens hier nicht so mit "Sonntags Ruhetag".

Auf jeden Fall tümmelte sich die ganze Familie wirr' im Haus hin und her - ich mittendrin.
Positiver Nebeneffekt ich musste nur bis Mittwoch arbeiten! Der halbe Mittwoch, Donnerstag & Freitag waren nämlich frei. Die Woche war daher eher weniger stressig für mich, als ich eigentlich erwartet hatte.

Kim & ich haben Mittwochs schon unsere Experimente begonnen, aus amerikanischen Zutaten deutsches Essen zu saubern - deutsche Knödel ohne Börtchen (die sind hier echt ungenießbar) ?
Was kommt Brötchen am ähnlichsten? Bagel! Bagel mussten herhalten.
Am Ende waren unsere Servietten-Knödel auch gar nicht mal so schlecht gelungen & kamen bei meiner Hostfamily gut an.

Die Woche habe ich generell viel Zeit mit Kim & Marina verbracht und ging in ihrem Haus ein & aus :) 2 meiner anderen Freundinnen waren mit ihren Hostfamily's verreist, kamen am langen Wochenende allerdings zurück.

So kam es auch, dass ich Mittwoch abends spät von Kim heimkam & mich erstmal ins Bett fallen ließ. Ich wollte am nächsten Morgen unbedingt helfen und habe mir deshalb den Wecker für 9 Uhr gestellt. Mit den Gedanken um den kommenden Tag kreisend & aufgeregt für zwei sank ich aber doch in meinen wohlverdienten Schlaf und konnte am morgen gemeinsam mit meiner Hostmom beginnen das Thanksgiving Dinner zuzubereiten.

Als allererstes natürlich der traditionelle Turkey! Unserer war ganz simpel gefüllt mit Zitronenscheiben, Sellerie & verschienen Gewürzen (das erste mal, dass ich übrigens frische Gewürze hier gesehen habe!). Mariniert haben wir ihn mit einer Art Kräuterbutter und dann musste uns unser lieber Freund für gut 5 Stunden in den Backofen verlassen. Genug Zeit, um den Rest zu erledigen.

Nebenbei lief natürlich auf die berühmte Thanksgiving-Parade von Macy's mit einer Menge Stars und Vorbereitung, total krass.










































Wir erwarteten insgesamt 9 weitere Gäste und ergaben somit 16 Personen zu Tisch.
Zwei befreundete Paare meiner Hostparents trafen mit ihren Kindern aus Philadelphia und Long Island ein, sowie die jüngste Cousine meiner Hostmom (23) aus London!

Hätte ich damit gerechnet, wie früh die Gäste eintreffen, wäre ich früher schon unter die Dusche gesprungen. Ich hatte mein typischen Au Pair Gammeloutfit an: Yoga Leggins, College Pulli, Haare zu einem Dutt zusammengekneult - ungeschminkt natürlich.

Meine Älteste musste ich noch bei einer Freundin von einer Übernachtungsparty abholen und wider Erwartens trafen die ersten Gäste noch vor uns beiden ein, grausig!
Bin also schnell zum Badezimmer geflüchtet und hab mich zurecht gemacht. Das war schon richtig unangenehm aber ich war ja schließlich noch am Arbeiten, was solls.

Frisch geduscht und angezogen (sogar mit ordentlich lackierten Fingernägel, was hier eher selten der Fall ist. Spülwasser und Maniküren harmonieren nicht 100 Prozent) durfte ich auch die anderen Gäste kennenlernen.

Der Mann der ersten Familie aus Philly hatte ganze 6 Jahre in Deutschland gelebt, in Köln um genau zu sein und kannte meine kleine Stadt, aus der ich stamme, da er sie oft am Rhein besucht hat. Ist das nicht irre? Wie klein die Welt ist? Gerade meine Heimatstadt ist nicht besonders populär und ich habe mich schon daimt abgefunden sie als "Mittelpunkt zwischen Köln und Frankfurt" zu erklären, das war so unglaublich berauschend hier in gewisserweise erkannt zu werden :)

Auch der Mann der zweiten Familie hatte mich innerhalb weniger Sekunden schon beeindruckt. Er ist "Food-Photografer" und hat mir seine Website gezeigt - uuuuuuuunglaublich ich habe sowas noch nicht gesehen. Mein Hostdad versucht mich also bei ihm im besten Licht dastehen zu lassen und vielleicht nimmt er mich mal mit zu einem seiner Shootings!
Ich liebe ja Fotografie, hatte sogar mal ein Praktikum gemacht und auch meine Zukunft versuche ich mit Design und Fotografie zu kombinieren.
Um meine Chance zu ergreifen zeigte ich ihm also meinen Blog hier und er staunte nicht schlecht, yeay!
Er hat mich sogar ermutigt mal Videos zu drehen und zusammen zu schneiden.
Wer weiß, vielleicht bin ich ja schon lange dabei?


Nach stundenlangem gemeinsamen Kochen & Vorbereiten war es dann soweit: Der Truthahn war braun gebrannt und die Gäste waren hungrig, das Dinner konnte also beginnen!

Es war ein wirklich schöner Abend mit vielen netten & kleinen Unterhaltungen. Die Freunde meiner Hostfam sind mir auch mit ihren Kindern direkt ans Herz gewachsen. Meine Hostmom war so süß und hat gesagt auch ich passe perfekt herein, als wäre mein Platz schon immer da, da war ich echt gerührt :')
















































Zum Abschluss vom Essen haben wir noch "Wer bin ich?" gespielt und ich hab mich überhaupt nicht so schlecht geschlagen! Wer ich war? Elsa von Frozen natürlich, der Renner dieses Jahres, was ich nach meiner Frage "Was I the most famous and annoying costume this year at halloween?" auch gleich beantworten konnte :D Irgendwie hatte ich mir das schon gedacht, dabei wird es von meinen Kids nichtmal so gehyped wie von den anderen hier in der Gegend.
Die ganze Zeit wurde viel gelacht und ich habe jede Sekunde genossen.

Ich befürchtete ja wirklich, dass ich durch die ganze festliche & familiäre Stimmung schnell dem Heimweh erliegen würed, doch dem war überhaupt nicht so. Meiner Hostfam könnte ich nicht viel dankbarer sein, als ich es schon bin - ich verdanke ihnen so viel.


Mit einem schönen Tag kommt normalerweise auch ein schönes Ende, doch nicht für mich!
Ich war bei Kim's Hostfamily zum Thanksgiving Dinner eingeladen, das leider schon stattgefunden hatte. Das hieß wir haben unsere Knödel und Bohnen ganz umsonst den Tag vorher zubereitet, denn was ich nur noch mitgekam war der Nachtisch :(






Auch Marina war eingeladen und wir machten uns zu dritt einen schönen Abend.



Wie es weitergeht verrate ich euch im nächsten Post..

.. to be continued









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