1/10/2015

Is Christmas over yet? Atlantic City




Spontanität - Wenn etwas hier gefragt ist, dann ist es Spontanität.

Wie schon im vorigen Post erwähnt ist meine Hostfamily am 26.12. morgens früh um 11 Uhr zum Skifahren in New Hampshire aufgebrochen.
Für mich bedeutete das 3 Tage frei bis zum 29.12. und so eine Gelegenheit habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen.
Ich konnte von viel Glück sprechen, dass sowohl Jessica, als auch Fiona ihr Weekend Off hatten!

Boston, Philly, New Jersey, Boston, Philly, New Jersey, Boston, Philly, New Jersey .. immer und immer wieder drehten sich unsere Gedanken um diese drei Städte.
Jessica & ich haben uns kurze Zeit später auch direkt im Subway zum Lunch getroffen, damit wir so wenig Zeit wie möglich verschwenden.
Später bei ihr fing das planen erst so richtig an! Nach viel hin und her haben wir uns doch für New Jersey, genauer gesagt Atlantic City entschieden.
Am Ende des Tages war der Bus & das Motel gebucht, zum Spottpreis! Bus Roundtrip ~ 40$ & Motel ~ 20 $ plus frühstück, da konnten wir uns wirklich nicht beschweren.

Jessicas Hostmom hat mich sogar noch zum Essen eingeladen, das war super lieb! Denn sogar die Großeltern waren noch da und der Grandpa konnte noch so einige Fetzen Deutsch aus seinem Studium sprechen, super lustig :)
Dann habe ich Fiona daheim abgeholt, unsere Voucher bei ihr ausgedruckt und abging es zum Weihnachtsdeko Shoot (siehe letzter Post) und zu mir zum Haare färben. Meinem Haaransatz habe ich also auch den Gar ausgemacht :)
Die Fahrt durch Darien auf der Suche nach den Verrücktesten Dekorationen hat super Spaß gemacht! Ständig haben wir angehalten und uns über die bescheuerten Riesenaufsteller schlapp gelacht :D Die Amis spinnen echt!

Fiona hat dann bei mir geschlafen, wir haben alle unsere Sachen gepackt und am nächsten Morgen hieß es dann früh aufstehen!
Um halb 6 ging der Wecker - gar nicht unsere Zeit. Haben uns dann aber tatsächlich aus den Federn quälen können, waren aber trotzdem schlecht in der Zeit, wir sollten schließlich um 6:20 bei Jessica sein - Shit! Nur noch 5 Minuten :D
Sind dann in einem Affentempo zu Jessica rübergebracht und waren tatsächlich um 6:21 da. Mein Auto konnten wir dank Dauerparkplatz am Bahnhof abstellen und um 6:40 ging es schon Richtung New York City zur Greyhound Bus Station.

Wir sollten eine Stunde vorher unsere Tickets abholen und hatten so noch Zeit einen kurzen Frühstücksstop bei Starbucks einzulegen, herrlich.

2 Stunden (wirklich angenehme!) Busfahrt später (ich lege hier jedem den Greyhound Bus Service wärmend ans Herz! Vollkommen zufrieden & zuverlässig!) kamen wir schon in Atlantic City an. 2 Minuten Fußmarsch und wir waren schon am Strand, genauer gesagt auf dem Boardwalk. 



















































Der Boardwalk wurde als erster seiner Art 1870 entworfen und gebaut, um die strandgelegenen Hotels, Bars & Casinos vor dem vielen Sand zu schützen. Seitdem ist der über 8 km lange Holzsteg als Ikone seiner Stadt bekannt.

Good to know: Atlantic City soll die Inspiration für das Brettspiel Monopoly gewesen sein!
Viele der Straßen sind nach solchen aus AC benannt.

Generell ist Atlantic City für die Vielzahl von Casinos, Freizeitparks und einer menge Freizeitangeboten entlang des Strandes bekannt. Das kann ich definitiv bestätigen!
Leider hatte eine Vielzahl der Attraktionen aufgrund des Winters geschlossen, wir haben trotzdem eine Menge gesehen und kennen gelernt. 

Erstmal haben wir natürlich den Wind am Strand genossen, der einem direkt mit einem salzigen Geruch entgegen gepeitscht kam - wundervoll.
Ich liebe Strand. Und dieser hier war auch um diese Jahreszeit super schön.
Zugegeben hatten wir aber am ersten Tag auch super Glück mit dem Wetter. Bis zum späten Nachmittag schien uns die Sonne in vollen Strahlen ins Gesicht!
Am „Korean War Memorial“ haben wir also angefangen. Nachdem wir die riesigen Statuen aus dem Jahre 1998 in Gedenken an die gefallenen Opfer im Korea Krieg bestaunt hatten spazierten wir gemütlich am Boardwalk entlang und ließen uns von dem ein oder anderen Pier Shop anziehen. 
Touristenkram - soweit das Auge reicht.





















































Auch das typisch touristische „Philly Cheese Steak“ durfte nach der Meinung meines Hostdads auf meinem Ausflug nicht fehlen! Den Tipp kann ich nur weiter geben.


Wir schlenderten also nach einem super leckeren Lunch 20 Meter vom Meer entfernt immer wieder durch ein Gemisch aus Sand, Strand, Casinos und Trödlergeschäften bis wir schließlich am größten Casinos Atlantic Citys ankamen: Das Taj Mahal.

Gambling in New Jersey, das ist so eine Sache. Macht jedem Spaß, solange man tatsächlich über 21 ist. Wenn ich ehrlich bin hab ich mir richtig unnötigen Druck gemacht :D
Im Internet habe ich mich vorher reichlich informiert nachdem mein Hostdad meinte im Casino kontrolliert mich eh kein Mensch mit meinen blütenfrischen 20 Jahren, aber nachdem man viele Geschichten über verhaftete Junge Leute und Führerscheinentzugs gelesen hatte, war mir das Betreten des Casinos doch arg zu heikel. Einen kleinen Rundgang um einen Blick auf alles zu werfen und um an ein paar Schnappschüsse zu gelangen habe ich mir natürlich nicht nehmen lassen. Nach dem grimmigen Ausdruck auf dem Gesicht des Securitys bin ich aber schnell wieder nach draußen gehuscht. 
So viele einarmige Banditen und Spielautomaten habe ich noch NIE gesehen. Überall glitzerten die Anzeigen und verkündeten schillernd die großen Preise.
Kein Wunder, dass dort so viele Menschen schwach werden und ihr Geld lassen…























































Danach ging es den ganzen Boardwalk wieder hinab durch viele tolle Geschäfte. Am Ende haben wir gemeinsam noch eine Pause am Strand gemacht.
Mir fällt immer wieder auf, wie verrückt die Menschen hier tatsächlich sind!
Die hatten doch in ihren Straßenlaternen tatsächlich Plug In Stationen für USB Kabel, damit man auch ja sein Handy aufladen kann. Mir kam das in diesem Moment sehr gelegen, damit ich das Handy für Fotos wieder griffbereit hatte aber irgendwie erschrecken einen diese Dinge in solchen Momenten doch. Wo sind wir inzwischen mit all’ unserer Technologie gelandet?
Verrückt..


















































Je weiter die Sonne unterging desto mehr hieß es für uns auch, dass wir doch wirklich mal zum Einchecken ins Motel sollten.
Mit dem Bus sind wir dann knapp 20 Minuten nordwestlich gefahren und beim Aussteigen traf mich schon der erste Schock: Wo sind wir denn gelandet?

Die Leute an der Rezeption waren wirklich super nett aber das Zimmer .. gruselig!
Jeder von euch kennt bestimmt diese typischen Motel Zimmer aus den Filmen, indem sich die lausigsten Leute rumtreiben, seien es die Ehepartner, die sich dort mit ihren heißen Affären treffen oder die kaltblütigen Mörder :D Genau SO sah es dort aus! Die Sauberkeit ließ weites gehend auch zu wünschen übrig. Das erklärt den billigen Preis, natürlich.

Also verschwendeten wir gar nicht viel Zeit dort sondern brachen, nachdem wir uns kurz frisch gemacht haben direkt wieder auf Richtung City. Pech nur, dass der Bus uns einfach mal übersehen hat und schnurstracks weiter gerollt ist, toll :D
Wir sind dann ca. eine gute Stunde zum Boardwalk zurück gelaufen & haben uns auf die Suche nach einem Bar oder einem Restaurant gemacht, in dem ich mit meinem underage Status auch erwünscht war. 
Gott sei Dank haben wir schon nach kurzem Suchen das „Hooters“, eine Sportbar gefunden.
Und mit Sportbar, meine ich tatsächlich Sportbar!
Da flitzen die Ladys rum, mit Ausschnitt zu den Knien und Hosen kürzer als kurz.
Abgesehen davon, dass man selber nicht weiß wo man hingucken soll, da die sich wirklich ÜBERALL positioniert haben und eine riesen Show abziehen, ist es noch schlimmer die gierigen Männerblicke zu ertragen :D
Die gehen da doch tatsächlich essen und kriegen den Mund offen stehen kaum einen Bissen runter! :D

Das Essen war dafür aber super lecker, das muss man diesem Geschäft lassen.
















































Nach fast 4 Stunden haben wir uns dann todmüde wieder zurück auf den Weg ins Motel gemacht, abgesehen davon, dass wir wegen meines Alters sowieso nirgendwohin konnten, wollten wir schließlich am nächsten Morgen auch früh aufstehen.
Diesmal hat der Bus uns sogar mitgenommen und heil vor dem Motel abgeliefert :D

Nach viel Gelächter und Kartenspiel sind wir dann alle super kaputt eingeschlafen und sind am nächsten Morgen gegen halb 10 wieder aufgestanden. Wir wollten ja das kostenlose Frühstücksbuffet nicht verpassen.

Buffet war ein bisschen weit hergeholt würde ich behaupten :D Neben Toast, Marmelade, Müsli und Waffelteig habe sonst nix zu reißen. Den Kaffee habe ich erst gar nicht angerührt aber Fiona fand ihn schon zu kotzen, dabei ist meine liebe Freundin in solchen Sachen gar nicht zimperlich.

Nach dem „frühstück“ haben wir uns dann nach dem Check Out mit unseren Riesentaschen direkt auf den Weg nach Ocean City gemacht, der kleinen Nachbarinsel, die durch 4 Brücken mit dem Festland verbunden ist.
Wir wären gerne am Vortag schon nach Ocean City gefahren, allerdings hatte weit und breit kein Fahrradverleih mehr geöffnet, was super schade war, denn am Boardwalk entlang wäre der kleine Ausflug wunderschön gewesen.
Nichts desto Trotz hat Ocean City doch seinen ganz eigenen Flair.
Neben übersichtlich verteilten und schön bemalten Seitenstraßen kamen wir beim mindestens genauso schönen Boardwalk an.
Wir wissen nur leider bis heute nicht, ob die ganze Läden dort wegen den saisonalen Umständen zuhatten oder schlicht und einfach, weil es Sonntag war :D
Wieder mal ärgerlich aber wir haben uns nichts vermiesen lassen und haben einfach am Strand gesessen und die Ruhe genossen.
Bis dann der Regen kam.. :D
Dann ging es zurück in Richtung Bushaltestelle, in der wir ein kleines italienisches Restaurant gefunden haben.
Wir drei haben uns eine Portion Pizza (die reicht übrigens für 5) und eine Portion Nudeln geteilt. Unter Pasta Carbonara verstehen die leider nicht so viel außer heiße Sahne über gekochte Nudeln kippen, grhhhh. 


















































Ich Tollpatsch habs natürlich geschafft mich kurz vor der Rückfahrt noch breitlängst hinzuklatschen. Wundervoll :D
Mit dem Bus ging es dann aber wieder zurück nach Atlantic City zu unserem letzten Stop: das „Believe it or not“-Museum, eine interessante Ausstellung über die verrücktesten Dinge (z.B. Bilder aus alten Haaren oder Figuren aus Eisstielen).
Auch das kann ich jedem empfehlen, denn das soll es hier in Amerika wohl öfter noch geben, auch in anderen Städten.



















































Mit dem Greyhound Bus ging es dann wieder über 2 Stunden zurück nach New York, von da aus mit dem Zug zurück nach Darien.
Wir drei hatten trotz einiger Rückschläge bezüglich unserer Planungen (Fahrradverleih, Sehenswürdigkeiten, Freizeitangebot, Model) ein wundervolles Wochenende :)
Jeder Moment mit meinen Freunden, indem wir neue Städte gemeinsam erkunden und jedes Mal von neuem überrascht werden bedeutet mir unglaublich viel. Das ist die unglaubliche Chance am Au Pair sein, dass man so viele Dinge zu sehen bekommt und ich bin dankbar für jede einzelne Sekunde. Das bedeutet Freiheit für mich, gehen wohin man will, wie lang man will und dass es sich trotzdem immer wieder fantastisch anfühlt, auch wenn es nur bedeutet vor dem großen Regen am Strand den Wind in den Haaren und das Lachen deiner Freunde genießen zu dürfen.





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